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Diese Seite wurde überarbeitet und wird nicht mehr gewartet. Die aktuelle Version finden Sie hier: http://www.scales.at/haltungsberichte/cordylus-tropidosternum/ Zwerggürtelschweife sind kleinere, aktive und neugierige Echsen, die sich unserer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit in der Terraristik verdienen würden. 2006 kauften wir eine Gruppe von vier Tieren, die ein Terrarium von 120x50x50 bezogen. Anfänglich waren die Tiere etwas scheu, was sie jedoch mit der Zeit ablegten. Beim Kauf wurde uns geraten, die Tiere auf Sand zu halten sowie jeden Tag zu füttern, beides Tipps, die wir heute als falsch empfinden. Haltung: Zwerggürtelschweife haben es gerne etwas feuchter, was in einem wüstenähnlichen Terrarium kaum gewährleistet werden kann, weshalb wir unsere Tiere mittlerweile auf Kokoshumus (Pressziegel zum Aufquellen) halten. Als Hauptversteck dient ein Steinaufbau, der mehrere Spalten als Versteckmöglichkeiten bietet, sodass jedes der Tiere einen eigenen „Stammplatz“ beziehen kann. Wichtig ist dabei wesentlich mehr Verstecke anzubieten als Tiere vorhanden sind, damit sich diese auch ausweichen können. Um zusätzlich die Luftfeuchtigkeit in den Verstecken zu erhöhen, haben wir diese mit Moospolstern durchsetzt. Auch sollten die entstehenden Spalten nicht allzu groß sein, da es in der Natur der Tiere liegt, sich in engen Nischen aufzuhalten und sich mit dem stachelbewehrten Schwanz gegen Fressfeinde zu schützen. Rindenstücke und hohle Äste haben wir unseren Tieren ebenfalls schon angeboten, allerdings wurden diese nicht so häufig genutzt. Zusätzlich haben wir auf dem Substrat eine Laubschicht gestreut (vor allem großblättriges Laub wie Ahorn). Dies bietet den Tieren auch außerhalb des Versteckes einen guten Sichtschutz und eine anspruchsvollere Jagd nach Futter. Eine strukturierte Rückwand im Terrarium erweitert den Aktionsradius der Tiere ungemein, da diese gute Kletterer sind. Vor allem auf der Jagd nach Heimchen ist kein Weg zu weit! J Auch Kletteräste werden gerne genommen, vor allem das dominante Tier sitzt bei uns gern exponiert auf einem Ast erhöht im Zentrum des Terrariums. 2-3x pro Woche übersprühen wir das gesamte Terrarium mit handwarmem Wasser, was die Tiere sehr genießen. Meist kommen sie aus den Verstecken und lassen sich regelrecht abbrausen, wobei das herab laufende Sprühwasser von Steinen oder anderen Einrichtungsgegenständen getrunken wird. Ein Wassergefäß mit frischem Wasser sollte immer angeboten werden. Dieses wird vor allem in der Häutungsphase gerne aufgesucht und ansonsten einfach bei der Jagd mit Substrat eingesaut. J Beheizt wird das Terrarium über Spotstrahler aus dem Baumarkt. Bei höheren Steinaufbauten ergibt sich daraus oben ein Sonnenplatz und die darunter liegenden Spalten und Nischen weisen verschiedene Temperaturen auf, um den Tieren ihre Vorzugstemperatur zu bieten. Zusätzlich haben wir noch eine Leuchtstoffröhre mit UV-Anteil im Terrarium die 14h in Betrieb ist und eine Stunde vor bzw. am Abend nach dem Spot schaltet. Mit dem Angehen der Beleuchtung kommen meist auch die Tiere aus Ihren Verstecken. Fütterung: Wir füttern unsere Adulti 2-3x pro Woche, meist mit Heimchen, seltener mit Steppengrillen. Bei jeder Fütterung wird mit Kalzium gestäubt, 1x pro Woche zusätzlich mit einem Multivitaminpräparat. Ab und zu verfüttern wir auch Mehlwürmer und ganz selten Wachsmaden, welche die Tiere gierig auch von der Pinzette nehmen, allerdings sollten diese kalorienreichen Leckereien selten gegeben werden. Für trächtige Weibchen bzw. für die Phase nach der Geburt eignen sie sich jedoch um die Fettreserven wieder aufzufüllen. Als wir noch fast täglich gefüttert haben (2-4 Heimchen pro Zwerggürtelschweif), haben die Cordylus öfters nicht auf das Futter reagiert, bzw. kamen nicht alle vier auf ihre Kosten. Durch das größere Fütterungsintervall sind die Tiere wesentlich aktiver und kommen meist schon beim Bestäuben des Futters bis zur Scheibe vor und nehmen dieses auch aus der Hand/Pinzette. Durch die Einrichtung des Terrariums mit Blättern, Steinchen und Rinden werden nicht nur für die Zwerggürtelschweife, sondern auch für die Beutetiere Verstecke geschaffen. Dies hat unserer Meinung nach viele Vorteile gegenüber einem kahlen Terrarium. Die Zwerggürtelschweife können auch an den fütterungsfreien Tagen einzelne Futtertiere erbeuten, was die Tiere zu einer gesteigerten Aufmerksamkeit und höheren Aktivität anregt. Zucht: Bevor man seine Tiere verpaart sollten diese ordentlich im Futter stehen und genügend Fettreserven aufgebaut haben. Wurden Paarungen beobachtet müssen die Weibchen weiterhin mit reichlich Nahrung versorgt werden. Statt 2x pro Woche füttern wir 3x pro Woche bzw. reichen den Weibchen öfters Kalorienbomben in Form von Mehlwürmern, Zophobas oder Wachsmaden. Dies geschieht mehr oder weniger gezielt per Pinzette, da alle Insassen des Terrariums ganz nervös auf ihre Chance warten und einen Leckerbissen ergattern wollen. Jegliche Nahrung wird zuvor mit gängigem Vitamin– und Kalziumpulver bestäubt. Um Paarungen zu stimulieren ist eine „Überwinterung“ notwendig. Wir überwintern unsere Tiere im Terrarium. Die Beleuchtung wird ab Spätherbst schrittweise von 14 auf 12 Stunden reduziert und die Temperatur abgesenkt. Dazu werden die Spots schwächer gedimmt, bis zuletzt (Ende Dezember) nur noch die Leuchtstoffröhre im Terrarium in Betrieb ist. Damit erreichen wir Tageswerte von 23°-25° und Nachtwerte von ca. 21°. Gesprüht wird 2x pro Woche wobei im Verhältnis wesentlich weniger Wasser benötigt wird um die relative Luftfeuchte hoch zu halten. So vermeidet man auch ein „Versumpfen“ des Terrariums. Zusätzlich wird weniger gefüttert. Nach 14 Tagen werden Temperatur und Beleuchtungsdauer wieder schrittweise hochgefahren und die Futtermenge erhöht. Zusätzlich werden nachdem das Terrarium in Vollbetrieb ist, auch nahrhaftere Insekten (Zophobas, Mehlwürmer, Wachsmaden) verfüttert. In der Regel tauschen wir auch in dieser Phase die UV-Röhre aus um eine ausreichende UV-Bestrahlung zu gewährleisten. Es kann nun immer wieder zu Reibereien und Jagden zwischen den Tieren führen, bedingt durch die Paarungsstimmung und die erhöhte UV-Dosis. Zusätzlich haben wir die Erfahrung gemacht, dass trächtige Muttertiere bzw. Muttertiere nach dem Wurf etwas dominanter sind. Aufzucht der kleinen Zwerggürtelschweife: Unsere ersten Nachzuchten haben wir sofort aus dem Terrarium entnommen, da wir Angst vor Verletzungen durch größere Tiere bzw. „Jagdverletzungen“ hatten. Die Jungtiere entwickelten sich gut, blieben aber bis zur Abgabe eher schreckhaft, wenn man sich dem Terrarium näherte. Die gut eingewöhnten Elterntiere nehmen dies eher gelassen hin und schauen in Erwartung diverser Leckerbissen aus ihren Verstecken bzw. kommen zum Teil sogar angelaufen. Bei der folgenden Generation von Jungtieren haben wir uns entschlossen, sie im Terrarium der Elterntiere zu belassen. Wir haben die Tiere überwacht um bei anhaltenden Aggressionen rechtzeitig einzugreifen und die Jungtiere von den Adulti trennen zu können. Nach anfänglicher Skepsis wurden wir komplett positiv überrascht; nie kam es zu aggressiven Verhalten der älteren gegenüber den jüngeren Cordylus, auch beim Füttern wurden diese nicht mit einer möglichen Mahlzeit „verwechselt“. Lediglich die Weibchen jagen ab und zu andere Mitbewohner von ihren Jungtieren weg. Das anfängliche scheue Verhalten legten die Kleinen bald ab und übernehmen stattdessen das Verhalten der Adulten: sie präsentierten sich auf Sonnenplätzen, aus ihren Verstecknischen sehend, an der Rückwand oder gar an in unmittelbarer Nähe der adulten bzw. auf dem Muttertier. (siehe Fotos) Um eine ausreichende Versorgung der juvenilen Zwerggürtelschweife zu gewährleisten füttern wir wesentlich mehr Futtertiere, dafür aber kleinere, bzw. große und kleine gemischt. In erster Linie geben wir Heimchen und Grillen in gemischten Größen, wobei wir pro Fütterung und Jungtier ca. 15-20 Miniheimchen ins Terrarium geben, die genauso mit Kalzium- und Vitaminpräparaten gestäubt werden.. Die großen Cordylus stürzen sich auch auf die kleinen Heimchen aber durch deren hohe Zahl fällt auch für die Jungtiere genügend ab. Außerdem erwischt immer wieder einer der juvenilen Zwerggürtelschweife ein größeres Heimchen, was dann auch ordentlich ausgibt. Bei der Fütterung stürmen die Adulti wie gewohnt wild drauf los, während die Kleinen in nähe der Steinaufbauten auf herumwuselnde Heimchen warten und diese auch in Versteckplätzen bzw. auf der ganzen Rückwand verfolgen. Wir belassen die Nachzuchten für ca. 2-3 Monate bei den adulten Zwerggürtelschweifen, sodass diese ohne Scheu und stabil sind. Danach werden die Jungtiere in ein gemeinsames Terrarium zur weiteren Aufzucht überführt und erst danach abgegeben. Sollten Jungtiere unterdrückt werden, passiv sein und/oder verkümmern muss man diese natürlich sofort entfernen und gesondert aufziehen, soweit diese überhaupt selbstständig ans Futter gehen. Fazit: Diese kleinen, neugierigen und aktiven Echsen sind faszinierende Pfleglinge, die durchaus für Einsteiger in die Terraristik geeignet sind. Gegenüber Bartagamen haben sie den großen Vorteil, weniger Platz zu beanspruchen, bzw. für die Gruppenhaltung geeignet zu sein, wo es bei Bartagamen zu erbitterten Kämpfen und schweren Verletzungen führen kann. Auch die Zucht und Aufzucht ist nicht weiter kompliziert und bereitet viel Freude. Meiner Meinung nach fristen die Zwerggürtelschweife Cordylus tropidosternum zu Unrecht ein Schattendasein in der Terraristik. Wie alle Terrarientiere sind sie zum Herausnehmen nicht geeignet. |
Cordylus Tropidosternum
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Zwerggürtelschweif |



