Die Frage des richtigen Bodensubstrates ist bei Reptilien ein viel diskutiertes Thema. Von steriler Haltung auf Zeitungspapier bis hin zu überwachsenen Natursubstraten ist alles möglich.
Bei wühlenden/grabenden Schlangenarten kommt dem Substrat noch mehr Bedeutung zu als bei anderen Tieren. Hakennasennattern schlagen und fressen ihre Beute nicht so “sauber” wie Würgeschlangen sondern kauen darauf herum und bewegen sich z.T. damit durchs Terrarium, womit mehr Substrat am Futtertier haften bleibt. Sandboas ziehen Beute teilweise in den Bodengrund und fressen die Beute im Substrat. Damit ist klar, dass einige Materialien von vorneweg ausscheiden.
In folgender Tabelle habe ich die Substrate mit denen ich bereits Erfahrung gemacht habe gegenübergestellt.
Weitere Substrate die meines Wissens nach verwendet werden sind: Korkschrot, (staubfreies) Kleintierstreu und Erde-Sand-Gemisch. Da ich mit diesen Substraten noch keine persönlichen Erfahrungen habe, gehe ich darauf nicht näher ein.
Substratvergleich
| Sand | Kokos-Humus | Buchenhack | |
|---|---|---|---|
| Kot | Leicht erkennbar, wenn nicht sofort gefunden, werden die Ausscheidungen im trockenen Sand „mumifiziert“, wird meiner Erfahrung z.T. nach oben gewühlt. | Schwer erkennbar | Ausscheidungen werden z.T. nach oben gewühlt. |
| Häutung | Funktioniert sehr gut, der Sand hilft bei der Häutung, feuchte Stellen können angeboten werden, werden auch immer wieder aufgesucht. sind aber kein Muss aber in jedem Fall empfehlenswert | Kann bei zu trockener Haltung problematisch sein. Bei trockener Haltung hatte ich bereits drei Mal das Problem, dass die Brille nicht mitgehäutet wurde und Hilfe nötig war. Seitdem übersprühe ich alle 1-2 Wochen das Terrarium leicht bzw. bei Häutung verstärkt und biete eine feuchte Ecke an, die immer wieder mal aufgesucht wird und damit hatte ich auch kaum Häutungsprobleme mehr. Bei einem Tier hat erst die Bereitstellung einer Wetbox Abhilfe geschaffen. | Funktioniert bis jetzt bestens, habe Buchenhack allerdings bei meinen in Bezug auf die Häutung problematischeren Männchen noch nicht eingesetzt. |
| Grabfähigkeit | Nur Sand ohne Lehmanteil verwenden, da dieser bei schon wenig Feuchtigkeit aushärtet und dem Tier das graben erschwert. Hohe Füllhöhen können aufgrund des Gewichts nicht genutzt werden. Desweiteren darf kein scharfkantiger Sand verwendet werden. | Locker, leicht, grabfähig | Locker, leicht, grabfähig |
| Gewicht | Sehr, sehr schwer. In meinem Terrarium mit 80x40 Grundfläche sind bei ca. 6-8cm Grundhöhe locker 30-35 kg Sand nötig. | sehr leicht | etwas schwerer als Humus aber noch immer leicht |
| Preis | Teuer. Ein Sack Sand (à 5kg) kostet ein paar Euro (4-7 Euro) und es sind mehrere Säcke nötig | Kokoshumuspressziegel (zum Aufquellen, gibt 9 Liter) gibt’s auf Börsen oder bei ebay auch schon um einen Euro. | Großpackungen sind u.a. auf Messen sehr günstig zu haben |
| Optik | Verschiedene Farben, natürlich, sehr ansprechend | nicht so ansprechend, wenig Kontrast zu den wildfarbenen und Black&White Tieren | wirk unnatürlich aber guter, attraktiver Kontrast zu wildfarbenen und Black&White Tieren |
| Aufwand | Wenn die Tiere graben, oder die Füllhöhe zu knapp an den unteren Steg der Schiebescheiben geht, kann es sein, dass immer wieder Sand in die Glasführungsprofile kommt, was das Schieben der Scheiben ungemein erschwert, diese abschleift und ein wirklich ekelhaftes Geräusch erzeugt. Die Entfernung des Sands geht nur mit Entfernung der Scheiben, bei zB. gestapelten Terrarien zu Problemen führen kann. Alternative: Staubsauger, dazu sollten die Tiere zuvor entfernt werden. | Wenn genügend trockenes Substrat eingebracht wird gering. Bei Substratwechsel höher, da man dieses auf grund der zu hohen Feuchte nicht nach dem Aufquellen einfüllen kann, sondern es einige Zeit/Tage trocknen muss. | gering: einfüllen - fertig. |
| Fütterung | Gerade bei aufgetautem Frostfutter kann Sand auf den Futtertieren haften bleiben. Ich hatte nie ein Problem damit, aber die Gefahr eines Darmverschlusses mag gegeben sein. | Gerade bei aufgetautem Frostfutter kann Sand auf den Futtertieren haften bleiben, ein Verschlucken ist abger problemlos, Fasern werden mitverdaut. | Aufgrund der gröberen Stückelung bleibt kaum Substrat haften. Bis jetzt war auch ein Verschlucken (natürlich keine Massen) problemlos. Inwieweit Buchenhack verdaut wird, weiß ich nicht, aber im Kot sind mir bis dato keine Reste aufgefallen. |

